04. Mrz 2022: Cross-Country vs. Short Track: Wo liegen die Unterschiede?

Bereits zum neunten Mal gastiert der Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup vom 6. bis 8. Mai im Albstädter Bullentäle: In den Disziplinen Cross-Country und Short Track werden dann einmal mehr in der international höchsten Mountainbike-Rennserie wertvolle Weltcuppunkte vergeben. Doch was bedeutet eigentlich Cross-Country und Short Track? Wer nicht absolut in der Szene verankert ist, kann mit diesen Begriffen nur wenig anfangen.

Professioneller Radsport wird in der allgemeinen Wahrnehmung der Bevölkerung meist nur mit dem Straßenrennsport in Verbindung gebracht. Insbesondere das größte alljährlich wiederkehrende Sportereignis der Welt, die Tour de France, sticht dabei hervor. Doch der Radsport ist wesentlich diverser als es den Anschein macht: Insgesamt neun verschiedene Disziplinen führt der Weltverband UCI unter seiner Regie. Darunter auch das Mountainbiken mit seinen unterschiedlichsten Ausprägungen, die neben den Disziplinen Cross-Country (XC) und Short Track unter anderem auch Downhill, Marathon oder Enduro umfassen.

Cross-Country: Rauf & runter über Stock und Stein

Zu den Anfangszeiten des Mountainbike Sports in den 80er- und 90er-Jahren war die Welt des MTBs noch deutlich einfach gestrickter als sie es heute ist: Short Track, Enduro und Co. waren damals noch in ferner Zukunft – der Sport beschränkte sich lediglich auf die zwei Disziplinen Cross-Country und Downhill. Wie sich aus den Namen der beiden Disziplinen ableiten lässt, fokussiert man sich im Downhill darauf, möglichst schnell bergab ins Tal zu finden, während die im Cross-Country sowohl bergauf als auch bergab im Gelände Herausforderungen geboten werden.

Diese zwei „Kerndisziplinen“ sind bis heute erhalten geblieben und gelten nicht ohne Grund als die prestigeträchtigsten im Mountainbike-Bereich. Neben der historischen Bedeutung nimmt die Cross-Country-Disziplin zudem aufgrund seiner Aufnahme ins olympische Programm ab dem Jahr 1996 eine besondere Rolle ein. Olympia mit all seiner Aufmerksamkeit sorgt sowohl bei Sportlerinnen und Sportlern als auch Sponsoren für eine enorme Anziehungskraft, sodass die Leistungsdichte, das Medieninteresse und die finanziellen Mittel im Cross-Country-Bereich in der Vergangenheit gestiegen sind.

Wie sieht denn nun im Konkreten ein Wettkampf der Cross-Country-Disziplin aus?

In einem Rundstreckenrennen auf einem Kurs von 4 bis 6 Kilometer Länge werden die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer gesucht: Der Erste, der den Zielstrich überquert, ist der Sieger. Die Renndauer sollte laut den Regularien des Radsportweltverbandes zwischen 1:20 Stunden und 1:40 Stunden liegen, die Anzahl der zu bewältigenden Runden richtet sich je nach Streckenlänge und wird teilweise erst während eines Rennens festgelegt.

Der Kurs eines typischen Cross-Country-Rennens kann dabei alle denkbaren Geländeformen beinhalten und ist geprägt durch viele Anstiege und Abfahrten. Die Streckenführung im Gelände ist dabei meist derart gewählt, dass ein hohes Fahrgeschick vonnöten ist, um Herausforderungen wie Wurzeln, Steine oder Ähnliches zu meistern. Insbesondere in der Weltcupserie, die wie erwähnt auch in Albstadt gastiert, sind die technischen Herausforderungen besonders schwer: Ungeübte Mountainbikerinnen und Mountainbiker werden diese nicht ohne Weiteres meistern können.

Im Bullentäle bedeutet dies, dass auf der Cross-Country-Strecke auf 4,2 Kilometern 190 Höhenmeter zu bewältigen sind – bei 6 bis 7 zu fahrenden Runden für die Herren. Insgesamt werden in den Rennkategorien Elite Damen, Elite Herren, U23-Damen und U23-Herren jeweils bis zu 150 Starterinnen bzw. Starter nach wertvollen Weltcuppunkten greifen.

Short Track: Kurz & knackig zur besten Startposition fürs Cross-Country-Rennen

In den letzten zwanzig Jahren wurden von Verantwortlichen innerhalb der Mountainbike-Szene verschiedene Versuche unternommen durch Erweiterungen der Disziplinen die Aufmerksamkeit des Sports in der öffentlichen Wahrnehmung zu steigern. Analogien zu erfolgreichen, medienwirksamen Wintersportarten wurden gezogen und so beispielsweise die Eliminator-Disziplin eingeführt, die dem Prinzip des Skicross stark ähnelt. Im Jahr 2013 und 2014 wurden in Albstadt im Rahmen des UCI Mountain Bike Weltcups Wettkämpfe in dieser Disziplin durchgeführt, letztlich etablieren konnte sich das Sprint-Format, bei dem immer vier Fahrerinnen bzw. Fahrer in kurzen Heats gegeneinander antraten und die Besten jeweils eine Runde weiterkamen, jedoch nicht.

Im Jahr 2015 wurden die Eliminator-Rennen deshalb aus dem Weltcup-Programm gestrichen und seit 2017 als eigenständige Disziplin mit separaten Wettkämpfen fortgeführt. Auf der Suche nach einem alternativen, medienwirksamen Format, stieß man auf die Short Track-Disziplin: In den Vereinigten Staaten wird diese schon seit den Anfängen des Mountainbike-Sports praktiziert. Der Short Track findet stets zu Beginn eines Weltcupwochenendes statt und wird als verkürztes, 20-minütiges „Mini“-XC-Rennen ausgetragen. Die Rennstrecke wird dabei im Vergleich zum Cross-Country auf circa einen Kilometer gekürzt, zudem wird die Strecke breiter gesteckt, sodass Überholmanöver leichter möglich sind. Ziel der Disziplin ist es, die physischen Unterschiede zwischen den Fahrerinnen und Fahrern in gewisser Weise auszugleichen, sodass bis auf die letzten Meter ein hoher Spannungsbogen garantiert ist.

In der Weltcupserie und damit auch bei den Rennen im Albstädter Bullentäle wird die Short Track Disziplin in den beiden Eliteklassen der Damen und Herren durchgeführt. Die Strecke verläuft dabei größtenteils auf breiten Wiesen- und Waldpassagen am Fuße des „Bullentäles“ und war in den letzten Jahren ein Garant für spannende Wettkämpfe.

Zusätzliche Brisanz erhalten die Rennen durch ihren Einfluss auf die Startposition der Fahrerinnen und Fahrer für das folgende Cross-Country-Rennen: Die 24-Bestplatzierten des Short Tracks dürfen im XC-Rennen aus den ersten drei Startreihen ins Rennen gehen – ein Vorteil, der dort über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Darüber hinaus werden bereits im Short Track (reduzierte) Punkte für die Weltcupgesamtwertung vergeben. Aufgrund der Renndauer und der verkürzten Streckenlänge ist die Anzahl der startberechtigten Fahrerinnen und Fahrer beim Short Track auf jeweils 40 limitiert. Teilnahmeberechtigt sind die Besten der Weltrangliste bzw. der Weltcupgesamtwertung.

Mehr Informationen rund um den Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup und die Bikezone Albstadt finden Sie auf www.bikezone-albstadt.de.

Tickets für das Event-Wochenende gibt es bereits auf www.reservix.de zu kaufen.

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