Mit sicherer Fahrtechnik noch mehr Spaß auf den MTB-Strecken der Bikezone Albstadt

Fahrtechnik-Ratgeber für das nächste MTB-Abenteuer

© Stefan Schurr - Fotalia

Albstadt ist ein MTB-Spot par excellence. Jeder Biker, egal ob Mountainbike-Einsteiger, fortgeschrittener Trail-Liebhaber, trickverliebter Bikepark-Rider oder leistungsorientierter Cross-Country-Athlet, findet hier sein ideales Terrain. Dazu wartet die Destination im Zentrum der Südwestalb mit regionalen Schönheiten wie weit verzweigten, engen Tälern, weiten Hochebenen, großflächigen Wachholderheiden und schattigen Buchen- und Eschenwäldern auf, die es zu sehen und auf Stollenreifen zu erkunden gibt. Albstadt ist wie gemacht für Mountainbike-Fans, die in ursprünglicher Landschaft teils wilde, natürliche Trails oder herausfordernd konstruierte, technische Lines auf ausgeschilderten Strecken genießen wollen.

Als Bikeschmiede, bei der der MTB-Bereich eine feste Größe darstellt, ist Canyon an reizvollen Mountainbike-Locations interessiert und möchte allen enthusiastischen Bikern Tipps zur Fahrtechnik geben, damit die nächste gemütliche Genussrunde oder der nächste adrenalinproduzierende Highspeed-Ritt zu einem aufregenden und sicheren Erlebnis wird.

Mit der richtigen Einstellung in den Trail

Um die beliebten MTB-Strecken in Albstadt wie die APOLLO Sportrunde oder den GONSO Trail bestmöglich auskosten zu können und ebenso begeistert auf die neue Strecke ALB-GOLD Wadenbeißer zu gehen, braucht jeder Biker optimal austarierte Hardware.

  • Die beste Druckverteilung ist bei waagerechter Ausrichtung des Sattels gewährleistet. Zudem sollte der Sitz mittig über der Sattelstütze und damit im optimalen Verhältnis zur Kurbel stehen.
  • Wenn der Biker auf seinem Rad sitzt und auf einem Pedal im tiefsten Punkt der Umdrehung mit gestrecktem Bein stehen kann, befindet sich der Sattel in der richtigen Höhe. (Diesen Test am besten durchführen, indem man sich an einem Geländer oder an einer Wand abstützt.)
  • Die beste Hebelwirkung beim Bremsen, mit möglichst wenig Kraftaufwand, erreicht man durch Aufliegen des Zeigefingers am Bremshebelende.

Steigung – Kein Prozent nachlassen

Vor der Abfahrt gilt es, den Uphill mit so wenig Kraftaufwand und so viel Kontrolle wie möglich zu meistern. Je steiler und lockerer der Untergrund ist, desto wichtiger ist die Gewichtsverteilung auf dem Bike. So sollte man sich, wenn man beispielsweise am „Sonnencamping“-Parkplatz in die APOLLO Sportrunde einsteigt und das erste steile Stück in Angriff nimmt oder wenn man auf dem GONSO Trail unmittelbar vor der Abfahrt nach Albstadt-Margrethausen die steile Rampe nach Albstadt-Burgfelden überwinden muss, seiner Sache sicher sein.

  • Damit das Vorderrad mit ausreichend Druck auf dem Untergrund aufliegt und jede Lenkbewegung übertragen werden kann, ist der Oberkörper bei einer Auffahrt nach vorn zu beugen.
  • Je steiler es wird, desto mehr Gewicht muss durch weiteres Vorbeugen auf das Vorderrad verlagert werden.
  • Reicht der Oberkörpereinsatz bei einer sehr steilen Steigung nicht mehr aus, gilt es, das Vorderrad durch Verschieben des Gesäßes in Richtung Sattelspitze am Boden zu halten.
  • Bei aller Belastung des Vorderrades darf es nicht versäumt werden, für genügend Traktion des Hinterrads zu sorgen.
  • Neben der ausgewogenen Verteilung des Fahrergewichtes auf die Räder ist auch auf eine nicht zu schwere Übersetzung sowie auf einen gleichmäßigen, runden, keineswegs stampfenden Tritt zu achten.

    Steigung im Stehen

Soll ein kurzer Anstieg im Stehen überwunden werden, heißt es, zwei Gänge höher schalten und den Oberkörper diesmal nicht zu weit nach vorn beugen. Denn jetzt muss vor allem das Hinterrad genug Halt haben. Während die Arme bloß leicht angewinkelt sind, sollte die Hüfte auf Sattelspitzenhöhe bleiben. Ein gleichmäßiger, runder Tritt ist aber auch hier gefragt, da ruckartige Belastungen besonders auf lockerem Untergrund zu Traktionsproblemen führen können.

    Steilstart

Muss man am Berg anfahren, sollte man keinen zu leichten Gang wählen und lieber wieder runterschalten, sobald man in Fahrt ist. In einer gerade nach vorn gerichteten Sitzposition kann es losgehen. Fällt die Anfahrt weiterhin schwer, sollte der Sattel tiefer gestellt werden.

Bremsen – Viel Gefühl für mehr Sicherheit

Grundsätzlich empfiehlt es sich, stets bremsbereit, also mit den Bremsfingern an der Vorder- und Hinterradbremse zu fahren. Auf diese Weise kann die Bremskraft zu jeder Zeit den Anforderungen der Strecke angepasst werden. Gelingt es nach einiger Übung, jeweils nur mit dem Zeigefinger die Vorder- und die Hinterradbremse zu betätigen, kann der Lenker mit mehr Fingern und damit deutlich sicherer gefasst werden. Einem Ermüden von Händen und Armen wird so ebenfalls entgegengewirkt.

Unter diesen Voraussetzungen sollte stets die Bremse bedient werden, die zur Anforderung passt.

  • Einer Tatsache sollte man sich immer bewusst sein: Die Bremse des Vorderrades wirkt stärker als die Hinterradbremse.
  • Da zu starkes Bremsen vorn (vor allem auf losem Grund) zum Blockieren des Vorderrades führen und zu starkes Bremsen hinten (vor allem auf losem Grund) ein Ausbrechen des Hinterrades zur Folge haben kann, heißt es, die Bremsen feinfühlig zu bedienen.
  • Grundsätzlich sollte der Bremsvorgang bereits vor der Einfahrt in eine Kurve abgeschlossen sein. Ist eine Tempokontrolle in der Kurve dennoch erforderlich, sollte die Hinterradbremse behutsam gezogen werden, damit die Steuerungsfähigkeit des Vorderrades gewahrt bleibt.
  • Ist man gezwungen, die Geschwindigkeit schnell und stark zu verringern, ist eine Kombination aus Vorder- und Hinterradbremse zu wählen. Zusätzlich ist, um dem größeren Wirkungsgrad der Vorderradbremse und der daraus resultierenden Überschlagsgefahr entgegenzuwirken, der Körperschwerpunkt über das Hinterrad zu verlagern.
  • Bei der Bergabfahrt kann zu vehementes oder ruckartiges Betätigen der Vorderradbremse zum Abheben des Hinterrades und zu einem Sturz über den Lenker führen. Daher ist die Bremse vorn bergab ebenso vorsichtig zu bedienen wie die Bremse hinten, die immer wieder gelöst werden sollte.

Abfahrt – Vor(aus)sicht hat noch keinem geschadet

Einige der wichtigsten Dinge, die beim Downhill zu beachten sind: Konzentriert und vorausschauend fahren. An der schönen Landschaft rund um Albstadt mit ihren markanten Erhebungen am Albtrauf sollte man sich also bis zur nächsten Rast zunächst satt gesehen haben, um sich ganz dem Trail widmen zu können und nicht zu riskieren, dass der Blick abschweift. Das Augenmerk sollte vielmehr weit nach vorn und auf den Weg gerichtet werden (Faustregel: km/h als Vorausschau in Metern), den es frühzeitig zu scannen gilt. Es ist erforderlich, Veränderungen im Gelände baldmöglichst zu erkennen, um angemessen reagieren zu können. Besonders, wenn der Weg beim Singletrail – dessen Anteil bei der neuen Strecke ALB-GOLD Wadenbeißer ca. 30 Prozent beträgt – nur handtuchbreit vor den Reifen kurvt, dürfen Voraussicht und Konzentration keine Sekunde abhandenkommen. Was ansonsten noch zu beachten ist?

  • Ist der zu bewältigende Downhill steil, empfiehlt es sich, den Sattel abzusenken, um das Gewicht besser nach hinten verlagern und das Vorderrad entlasten zu können. Ist das Bike mit einer vom Lenker aus bedienbaren Vario-Sattelstütze ausgestattet, kann dies sogar ohne einen Griff zum Schnellspanner am Sattelrohr erfolgen.
  • Der Körperschwerpunkt sollte über die Pedale gebracht werden und sich im Lot zwischen den Rädern befinden.
  • Damit sich die Arm- und Beinstellung bei Bedarf schnell an den sich ändernden Untergrund anpassen lässt, sollte der Biker mit leicht gebeugten Armen und Beinen und so locker und unverkrampft wie möglich auf dem Rad sitzen. Das Sitzen selbst ist jedoch nur bei sehr leichten Downhill-Trails eine Option. Bereits bei mittelschweren und schweren Herausforderungen ist das weniger statische Fahren im Stehen die bessere Variante, wobei Arme und Beine auch hier leicht gebeugt sein sollten. Die locker am Lenker aufliegenden Arme federn die Stöße steinigen, wurzeligen oder verblockten Geländes bei ruhig bleibendem Oberkörper ab, während die Beine den größten Teil des Körpergewichts tragen.
  • Die beste Balance bei Bergabfahrten hat man, wenn neben den Pedalen auch die Kurbeln waagerecht ausgerichtet sind.

 

Trailbegeistert und techniksicher? Albstadt und seine Trails  und Strecken warten nur darauf, für Biker zum Erlebnis zu werden!

 

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Das nächste MTB-Abenteuer wartet schon!

Tourenvorschläge der Bikezone Albstadt.

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